Umweltverschmutzung und Plastik

Es war mal wieder soweit. In der Schule haben die Kinder Müll aufgesammelt. Auch meine Enkelin war dabei. Nach der Schule wollte sie mir das unbedingt erzählen und meinte ganz entsetzt: „Das war richtig unheimlich und ekelig.“

Was hatten sie gefunden? Was war so unheimlich?

„Eine Glasflasche mit einem Totenkopf drauf“, meinte meine Enkelin. Gemeint ist das Gefahrenzeichen für giftige Stoffe als Inhalt. Ob noch ein Restchen in der Flasche war? Das wusste sie nicht mehr. Aber selbst Kinder wissen, dieser Abfall hat in der freien Natur nichts zu suchen.

Mit der Greifzange aufgehoben haben die Schülerinnen und Schüler noch allerhand anderen Müll. Viele Zigarettenstummel im Wald, Schnüre und Wollreste, Papiere, Folien, aber auch Glasscherben, einfach am Waldboden liegend.

Meine Enkelin empört: „Da können sich Tiere verletzen!“

Ja, das stimmt. Und was selbst Kinder wissen, sollten Erwachsene erst recht wissen. Dabei haben wir ein derart gut funktionierendes Abfallsystem. Flaschen mit toxischem oder chemischem Inhalt wie Putzmittel, aber auch Farben und Reinigungsmittel für Farben beispielsweise, gibt man im Giftmobil ab. Dazu muss man nicht weit fahren, denn in der Regel kommt der Landkreis mit dem Giftmobil in die Orte. Diese Umweltverschmutzung zeigt zweierlei: Die Leute sind zu faul, den Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen und es ist ihnen egal, ob Kinder oder Wald- und Wildtiere zu Schaden kommen. Schlimmstenfalls wenn sie unwissend, aber neugierig die Flasche mit Gefahrenzeichen öffnen und mit dem Inhalt in Berührung kommen.

Die Leute, die so handeln, sind egoistisch und verantwortungslos.

Ganz stolz bin ich auf meine Enkelin, weil sie sich traute, einen Raucher darauf hinzuweisen, dass seine Zigarettenkippe nicht auf den Boden gehört. Seine Antwort war: „Wo soll ich sie denn sonst hinwerfen?“

Ganz einfach: Es gibt Aschenbecher für Handtaschen, so klein, dass sie auch in eine Hosentasche passen und notfalls kann man das auch in der Hand nach Hause oder zum nächsten Aschenbecher tragen. Wäre toll, wenn auch andere Menschen darauf sensibilisieren. Sind wir den Kindern Vorbilder!

Ein Zigarettenstummel ist voll von Giften. Diese werden bei Regen herausgewaschen und gelangen in das Grundwasser. Eine Kippe könne 1000 Liter Wasser für kleine Wassertiere vergiften.

Der Filter ist aus Kunststoff, verrottet erst nach vielen Jahren und zerfällt in Mikroplastik.

Plastik und Mikroplastik

Plastik ist ohnehin eine große Gefahr, die von vielen unterschätzt wird.

Eine Bekannte erzählte mir vor gut zehn Jahren von einer Kreuzfahrt, die sie sich zu einem Jubiläum gegönnt hatten.

Der Tag, der bei ihr die Wende brachte und sie zu Hause alles auf Glas umstellen ließ war, als sie an Deck zum Sonnen gehen wollte und rund um das Schiff herum nur Plastikmüll schwamm, soweit das Auge reichte.

Jedes Jahr gelangen fast 11 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Stetig mehr. Im Lauf der Zeit zerfällt das Plastik – wie bei den Zigarettenkippen-  zu Mikroplastik. Das wiederum ist so gut wie unsichtbar, verteilt sich jedoch im gesamten Meer verteilt und gelangt, wie könnte es anders sein, in die Nahrungskette. Die Mikroplastikpartikel werden in Meeresfrüchten, im Trinkwasser und im menschlichen Körper nachgewiesen.

Woher kommt die Plastikverschmutzung im Meer? Der größte Anteil, rund 80 Prozent, kommt vom Land. Plastikmüll, der weggeworfen wird und ins Meer gespült wird. Oder eine schlechte Müllabfuhr. In den südlichen Ländern, in Cannes beispielsweise, wurde nachts der Müll einfach ins Meer geschwemmt, damit tagsüber, wenn die Prominenz und die Touristen unterwegs sind, die Straßen sauber sind.  Aber es gibt auch die reichen Länder, die ihren Plastikmüll in Entwicklungsländer exportieren und aufgrund fehlender oder unzureichender Recyclingsysteme der Müll wieder in die Umwelt gelangt.

Doch wen interessiert das schon, wenn er das nicht selbst sieht? Und es gibt immer noch die drei Ausreden: a) Das eine macht das Kraut auch nicht fett. B) Das machen andere auch. C) Am Ende kommt doch alles zusammen.

All das gilt nicht, denn es gibt sehr viele, die es eben doch richtig machen. Und es wird mit und an den Ländern, die keine funktionierende Abfallentsorgung haben gearbeitet und diese, meist Entwicklungsländer, auch mit Geldern unterstützt.


Wie kann man Plastik vermeiden: Getränke in Glasflaschen kaufen. Statt Shampoo eine Haarseife kaufen.

Und wenn sich Plastik nicht vermeiden lässt, dann doch bitte richtig entsorgen. Wald und Wiese sind der falsche Ort. Und ganz bestimmt auch unsere Meere.

Nach aktuellen Studien stammt der Großteil der Meeresverschmutzung aus asiatischen Staaten, in denen große Bevölkerungsmengen auf eine noch unzureichende Müllentsorgung treffen.

Die Länder, die weltweit am meisten Plastikmüll in die Ozeane leiten (1):

Indien: 9,3 Millionen Tonnen Makroplastik pro Jahr

Nigeria 3,5 Millionen Tonnen Makroplastik pro Jahr

Indonesien: 3,4 Millionen Tonnen Makroplastik pro Jahr

China: 2,8 Millionen Tonnen Makroplastik pro Jahr  –  China galt früher als Hauptverursacher

Pakistan: 2,8 Millionen Tonnen Makroplastik pro Jahr

Makroplastik heißt Kunststoffpartikel, die größer als fünf Millimeter sind und somit gut erreichbar wären, heißt abgefischt und recycelt werden könnten (2). Passiert nichts, zersetzt es sich, wird zu Mikroplastik und gelangt letztendlich im Menschen, siehe Beschreibung oben.

All das zeigt: Es kommt eben doch auf jeden Einzelnen an. Wenn weniger Abfall, vor allem Plastikabfall produziert wird, muss weniger entsorgt werden und es gelangt weniger dorthin, wo sie nur noch Schaden anrichten. Freilich müssen auch die anderen Länder ihren Teil beitragen.

Foto und Text: Frankengedanken / Petra Malbrich

Quellenangabe: (1) und (2) scinexx.de

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