
Leben ist zum Synonym für Luxus, Geld, Urlaub, guter Laune, Unbeschwertheit, Genuss und Freiheit geworden. Für unbegrenztes Vergnügen, ohne Pflichten und ohne Rücksicht. Doch das ist nur Konsum. Leben ist mehr als einfach zu tun, was man will. Freiheit bedeutet das richtige zu tun, auch wenn es gerade nicht passt und unbequem ist.
Freiheit heißt die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Es sind nicht verstaubte Menschen, die am Marsch für das Leben teilnehmen und sich für diese Kernbotschaften einsetzen. Es ist Menschen, die mutig Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen und setzen sich für ein Leben in Würde einsetzen.
„What the Fuck – Marsch für das Leben sabotieren“ Das steht in rot verschmierter Schrift auf einem Plakat, auf dem Maria abgebildet ist. Der Kopf der Gottesmutter ist ebenfalls mit roter Farbe unkenntlich gemacht. Linke Feministen und Queere wollen diesen Marsch verhindern. Einen friedlichen Marsch, um für das Leben zu werben. Gegen Abtreibung und gegen aktive Sterbehilfe und somit für die unantastbare Würde, vom Ungeborenen bist zum schwer kranken Menschen.
Die Abtreibungs- und Sterbehilfebefürworter zeigen vor allem eins: Sie sind garantiert nicht für das Leben. Warum sonst wollen sie den Schutz des Lebens sabotieren?
Das ist traurig, lautet doch die Forderung, den Abtreibungsparagrafen fallen zu lassen und Abtreibungen wie bereits in anderen Ländern geschehen, bis kurz vor der Geburt zu legalisieren.
Mit „mein Bauch, meine Entscheidung“, mit Selbstbestimmung und die Frau entscheidet allein, mit Aussagen wie „es sei nur ein Zellhaufen“ und Aussagen, dass man diesen Frauen, die sich dafür entscheiden, beistehen müsse, wird die Legalisierung, selbst bis kurz vor der Geburt, versucht zu begründen. Außerdem wird auch immer wieder gerne der Hinweis gebracht, dass Gott alle Menschen liebt, dass er diesen Frauen in ihrer schweren Stunde beiseite stehe und dass auch die Sterbehilfe human sei, weil jeden Hund würde man von den Schmerzen erlösen, nur der Mensch solle sich quälen.
Damit sind bereits drei Dinge angesprochen:
1. Der Marsch für das Leben ist nicht nur ein Aufruf gegen Abtreibung, sondern auch gegen aktive Sterbehilfe. Der Marsch für das Leben steht für das Leben. Für die unantastbare Würde vom ungeborenen Menschen bis zu alten und kranken Menschen.
2. Die andere Sache ist die mit Gott und dem Gottesbild, das viele haben. Würde Gott wirklich die Hand der Frauen halten und sagen: „Ja, du schafft das schon. Es dauert nicht lange, dann ist der Eingriff vorbei und ich bin ja bei dir?“ Damit würde er die Sünde legalisieren. Das wird er nicht. ER ist für unsere Sünden gestorben. Würde er das legalisieren wollen, hätte er sich die Folter und Kreuzigung sparen können. Dann bräuchte er auch keine Nachfolger und keine Mitstreiter, die für seine Sache einstehen. Würde Gott deshalb nicht eher sagen: „Warum vertraust du mir nicht, dass alles gut wird, auch wenn ein Leben mit einem Kind für dich im Moment schier unlösbar scheint?“
Aber ER würde den Menschen nicht verurteilen. Auch ein Christ wird den Menschen nicht verurteilen, wird ihm helfend und tröstend beiseite stehen. Wohl aber würde er die Sünde verurteilen, heißt sich gegen eine Legalisierung einsetzen. Und deshalb steht der Christ für das Leben ein. Sichtbar mit dem Marsch für das Leben.
3. Die angebliche Selbstbestimmung und die Sache mit dem Verbot und dem Gebot. Beides, der Abtreibungsparagraf sowie das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten“, sind zum Schutz da. Zum Schutz des Lebens, gerade zum Schutz der Schwächeren und Schwächsten. Und in erster Linie für die Menschen, die sich für Abtreibung oder aktive Sterbehilfe bei Angehörigen entschieden haben. Denn sie werden von ihren Schuldgefühlen überholt werden und leiden.
Selbstbestimmung ist, dass man frei und eigenverantwortlich über sein eigenes Leben bestimmen darf. Freiheit wird heute allerdings gerne verwechselt mit so leben zu können, wie man will, ohne Rücksicht, ohne Verantwortung. Freiheit bedeutet das richtige zu tun, auch wenn es gerade nicht passt, auch wenn es unbequem ist.
Das Recht der „Selbstbestimmung“ hört dort auf, wo das Recht eines anderen beginnt. Und das ist hier nicht nur das Recht der Ungeborenen und der kranken Alten auf Leben, sondern auch das Recht der Kirche, nach ihrer Lehre zu handeln.
Viele aber betrachten Abtreibung inzwischen als Verhütung und fordern, dass Krankenkassen die Kosten übernehmen, da Gesundheitsvorsorge.
Die Kirche verurteilt die Menschen nicht, die sich zu dem Schritt gezwungen fühlen. Sie bieten Hilfen an, auch finanzielle Hilfe und in Form von Menschen, die der Frau in den schweren Jahren beiseite stehen und sich sogar um die Kinder kümmern, in Form von Patenschaften, beispielsweise.
Wenn Frauen jedoch mehrmals abtreiben, dann spiegelt das keine einmalige Notlage wider, sondern unverantwortliches Handeln. Alles andere als selbstbestimmt. Und wenn immer mehr Forderungen nach Legalisierung von aktiver Sterbehilfe und dem Fallen des Abtreibungsparagrafen laut werden, kann niemand mehr die Augen verschließen. Das ist nicht für das Leben, das ist für den Tod.
Text: Frankengedanken
Foto KI
