Nicht alle können über jeden Witz lachen. Aber auch nicht jeder kann sich über die angebliche Freude anderer freuen. Ein Grund, woran das liegen könnte, zeigt sich in dem Gedicht, also in dem Reim.

„Freu dich doch mit mir!“, fordern manche Menschen entsetzt,
wenn man ihr Glück mit Fragen zersetzt,
weil man ihren Überschwang damit hemmt
und ihnen das Glücksgefühl senkt.
Doch mit der Freude ist es so eine Sache,
für den einen heißt es weinen, für den anderen lache.
Gerade deshalb gibt es wegen Freude oft Streit,
denn was des einen Freud`, ist des anderen Leid.
Kann solches Glück dann echte Freude sein,
wenn man sich darüber nur freut allein?
Denn wenn man nur seinen Vorteil hat im Sinn,
dann steckt in der Freude viel Egoismus drin.
Das Negative drängt empor wie Kühle,
das sind die heimlichen Schuldgefühle,
Denn Freude durch Leid steht auf schiefen Mauern,
was man sehr bald wird heftig bedauern.
Solche Freude hat kein echtes Fundament,
denn es wird nicht vom Guten gelenkt.
Wahre und echte Freude, das zeigt die Zeit,
ist durchdrungen von Dankbarkeit.
Dankbar, für das, was man hat im Leben,
das bringt echte Freude und ist allen ein Segen.
Ohne Dank ist Freude nur ein heller Funke,
ohne Glück, ohne Wärme und ohne Prunke.
Prüft, ob euer Wunsch nur ein Feuer ist,das dann ohnehin bald erlischt,
wenn man nicht immer Wünsche auflegt
und so die Begierde hegt und pflegt.
Denkt deshalb an Gottes Goldene Regel,
sie führt euch sicher durch den Nebel,
sie bringt euch freudig an das Ziel,
denn dankbar zu sein – das ist nicht zu viel.
Foto und Text: Frankengedanken / Petra Malbrich
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