Kinder sind unser höchstes Gut und die hilflosen Lebenswesen, die unseres besonderen Schutzes bedürfen. Zumindest darin sind sich alle einig: Privatpersonen und Politik. Für den Schutz liegen auch Konzepte vor, doch die Umsetzung scheitert oft an Paragrafen. Und diese zeigen dann alles andere als Kinderschutz, was oft genug durch die täglichen Medienberichte aufgezeigt wird. Und das ist ein anderes Bild als der geplante Kinderschutz.
Da sind Kinder, die der Herkunftsfamilie entnommen werden, um sie in „sichere“ Pflegefamilien zu geben. Besonders schlimm, wenn Paragrafen entscheiden, wann die Herkunftsfamilie unsicher ist. Da sind liebende Großeltern, denen das Sorgerecht entzogen wird, weil sie zu alt oder gesundheitlich beeinträchtigt sind. Geht es den Kindern in der Pflegefamilie besser?
Da sind Erzieher oder junge Männer, die teils sogar Pädagogik studiert haben und bekommen keine Arbeit in einer Kindereinrichtung, wenn oder weil Vorurteile das verhindern. Weil sie homosexuell sind oder für die arbeitenden Erzieherinnen aufgrund der qualifizierten Ausbildung zur größten Konkurrenz werden. Da sind dann schnell rufschädigende Begriffe im Raum, wenn sie Kinder trösten, weil diese auf beim Spielen auf die Knie gefallen sind. Die qualifizierten Männer – und gerade angesichts der vielen alleinerziehenden Mütter, Erzieherinnen und Lehrerinnen, wird die Vaterrolle in den Institutionen gebraucht – nehmen den Hut und gehen.
Doch dabei sind gerade die Kitas personell unterbesetzt und es vor allem an Fachkräften mangelt. Deshalb gibt es viele Quereinsteiger und viele unqualifizierte Kräfte, was im Gesamtbild mit dem überlastenden Personal eine unzureichend kontrollierte und erpressbare Institution ergibt, was fatale Verhaltensmuster etablieren kann und diese die Rechte der Kinder verletzen. Das zeigen verschiedene erziehungswissenschaftliche Studien auf.
Drei typische Verfehlungen im Dienstalltag werden genannt, mit:
a) veralteten Zwangsmethoden bei den Kindern und Mobbing der Kollegen, um Kritik zu ersticken.
b) Unbehandelte Suchterkrankungen der Erzieherinnen oder Mitarbeiterinnen. Aus Personalmangel und falsch verstandener Loyalität wird das verheimlicht.
c) Emotionale Vernachlässigung als Machtmittel. Berichte über toxische Kita-Kulturen dokumentieren, dass Kinder ignoriert und ihnen Zuneigung verweigert werden, wenn die Erzieherinnen eine Antipathie den Eltern gegenüber haben.
Kinderschutz braucht Professionalität und Mut, die Missstände anzusprechen. Es braucht aber auch den Mut der Verantwortlichen, das aufzudecken und die Konsequenzen zu ziehen. Doch welcher Träger will seine Einrichtung in negativem Licht sehen? So lange werden Missstände verharmlost, werden emotionale Vernachlässigung als Einbildung der Kinder oder als schwierige Eltern abgewertet und Zwangsmethoden wegen Überlastung entschuldigt. Und gemobbte Mitarbeiter? Die sind halt schwierig. Es findet die typische und immer häufiger erlebbare Täter-Opfer-Umkehr statt.

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