Vereinsrätsel

ADAC

Einer der Oldtimer hatte eine besondere Plakette. Diese war in der Nachkriegszeit nicht nur Statussymbol, sondern auch das Logo des 1903 gegründeten Vereins, der heute in Deutschland 22,7 Millionen Mitglieder zählt. Na? Ein preußischer Adler und Fraktur-Letter. Wessen Logo und Vereinswappen ist das?

Richtig. Es ist das Logo des ADACs, heute als „gelbe Engel“ unterwegs und diese Kühlerplakette war im Nachkriegsdeutschland der ganze Stolz der Mittelschicht und somit Statussymbol, das man auf dem Auto sichtbar anbrachte. Es ist aber auch heute noch ein begehrtes Sammlerstück bei Liebhabern der Oldtimer.

Gegründet wurde der ADAC  1903, allerdings unter anderem Namen, nämlich als Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung. Erst da stiegen langsam immer mehr Leute auf die aufkommenden Automobile um und so wurde der Verein 1911 in den heute noch gültigen Namen Allgemeiner Deutscher Automobil-Club (ADAC) umbenannt. Zu diesem Geburtstag wurde auch das Logo, der  preußische Adler mit den vier geschwungenen Buchstaben entworfen. Der preußische Adler wurde als Wappentier gewählt, weil der letzte deutsche Kaiser und preußische König, Wilhelm II, den Verein unterstützte. Aber auch, weil der Adler imposant wirkte, richtig markant war.

Beim Lesen gilt es allerdings aufmerksam zu sein, denn leicht liest sich „ADAD“. Der letzte Buchstabe ist ein Fraktur C. Fraktur ist  eine Druckschriftform mit eckigen unterbrochenen Linien. Das C ähnelt demzufolge dem Buchstaben D und tatsächlich werden die Buchstaben auf den bis 1970 verwendeten Plaketten fälschlicherweise als D gelesen. Die Fraktur Druckschrift gibt es seit dem 16. Jahrhundert und war in dem gesamten deutschsprachigen Raum über 400 Jahre lang die meistgenutzte Buch- und Verkehrsschrift. Deshalb wurde sie auch als „deutsche Schrift“ bezeichnet. Allerdings wurde sie im Deutschen Reich 1941 offiziell abgelöst und verboten.

Nicht nur die Schrift, auch der ADAC durfte nicht mehr sein. Er wurde zwangsaufgelöst und der Einheitsverband DDAC („Der Deutsche Automobil-Club“) gegründet. Mitte der 60er Jahre wurde eben wegen der Verwechslung der Buchstaben und der schweren Lesbarkeit die Schrift geändert. Die Plakette mit Frakturschrift wurde noch zu besonderen Anlässen gewählt. Dann passierte Zweierlei. Zum einen kaufte der ADAC 60 Motorradgespanne, gründete die ADAC Straßenwacht und konnte so den Autos, die auf den Autobahnen stehen blieben, helfen. Das andere war die aufkommende Massenmobilität.

Mit dem VW Käfer wurde das Auto erschwinglich. Die Leute kauften die Autos, die ADAC Mitglieder stiegen ebenso rasant. Und wer in der Luft den Hubschrauber „Christoph 1“ fliegen sieht, weiß, der ADAC ist in Sachen Luftrettung unterwegs. Diese Sparte eröffnete der ADAC ab 1970. Denn je mehr Autos auf den Straßen, desto mehr Unfälle geschahen. Die ADAC Luftrettung wurde gestartet und revolutionierte laut ADAC auch die Rettungsmedizin. Heute sind auch rot- weiße Christoph Hubschrauber von der Deutschen Luftrettung hoch oben unterwegs, mit Notärzten an Bord.

Weiter rasant stieg die Mitgliederzahl mit der Wende 1990, der deutschen Wiedervereinigung. Kurz darauf zählte der ADAC 10 Millionen Mitglieder. Von dem preußischen Adler im Logo verabschiedete sich der Verein. Das heutige Logo ist gelb. (2)

Quellen:

1= Typolexikon

2= ADAC

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